Andere Sicht über die SELBSTverteidigung

Durch die Kampfkunst erlernt man die Selbstverteidigung, die Fähigkeit, sich oder andere im Falle einer Konfrontation zu verteidigen. Ferner lernt man durch die entsprechende Schulung, gar nicht erst in eine solche Situation zu geraten. Doch heute geht es um eine andere, meine persönliche Sicht über die Selbstverteidigung aus einem anderem Blickwinkel.

Zuerst soll aber die Definition der Selbstverteidigung kurz angeschnitten werden.

Selbstverteidigung allgemein

Techniken und Prinzipien

Zu erlernen, wie man sich und seine Mitmenschen im Falle des Falles verteidigt, ist zu Beginn für die meisten der Hauptbeweggrund dafür, mit einer Kampfkunst anzufangen. Nicht viele sind sich zu dem Zeitpunkt bewusst, dass die Kampfkunst mehr bietet, aber darauf kommen wir später zurück.

Zunächst lernt man einzelne Techniken und Prinzipien, die durch Wiederholung nach und nach automatisiert werden sollen, desweiteren werden diese in verschiedenen Szenarien angewendet – es werden Situationen im Stand aus verschiedenen Distanzen und Situationen am Boden behandelt, der Einsatz von Waffen spielt auch eine Rolle. Später wird das Ganze durch den Faktor Stress erweitert und erschwert, um einem realen Selbstverteidigungsszenario so nah wie möglich zu kommen (es ist aber nicht möglich, ein solches gänzlich realistisch nachzustellen). Der Aufbau eines gewissen Fitnessgrades ist auch Teil der Ausbildung.

Techniken und Prinzipien alleine reichen für die effektive Selbstverteidigung allerdings nicht aus!

 

Achtsamkeit und Prävention

Paradoxerweise gibt es relativ wenige Berichte von Kampfkünstlern, die ihre Fähigkeit in einer echten Situation unter Beweis stellen mussten. Ist das jetzt ein negativer Aspekt gegen die Kampfkunst? Keinesfalls! Viel mehr spricht es sogar dafür, denn die beste Selbstverteidigung ist diejenige, die nicht stattfinden muss.Selbstverteidigung

Teil des Trainings sollte die Schulung sein, gar nicht erst in eine Situation zu geraten, in der man sich verteidigen muss. Dies wird dadurch erreicht, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wann und wo welche Gefahr besteht – welche Orte sollten zu welcher Zeit gemieden werden und wie mache ich mögliche Angreifer aus? Und wie verhalte ich mich, wenn ein potenzieller Angreifer die Konfrontation sucht (Stichwort: Deeskalation), um diese zu verhindern?

Die Kontrolle über die eigene Körpersprache ist auch essenziell, um nicht einem Opfer-Schema zu entsprechen, denn Täter suchen Opfer, die kaum Widerstand leisten.

Um zum zuvor genannten Paradoxon zurückzukommen: Ein erfolgreicher Kampfkünstler ist derjenige, der niemals kämpfen muss.

„Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.“

– Laotse

 

Andere Sicht über die Selbstverteidigung

Nun betrachten wir die Selbstverteidigung mal wie angekündigt aus einem anderen Blickwinkel.

Dafür betrachten wir das Wort SELBSTverteidigung mal genauer… Man verteidigt sich selbst vor anderen; oder aber man verteidigt sich vor sich selbst?!

Wie so oft im Leben ist man selbst sein größter Gegner. Im Vergleich ist es leicht, einen Gegner zu besiegen, die wahre Kunst jedoch besteht darin, sich selbst zu bezwingen. Viel zu oft steht man sich selbst im Weg durch:

  • Motivationsmangel
  • Selbstzweifel
  • Wut
  • Angst
  • übertriebener Perfektionismus
  • usw.

Diese Widerstände hindern Dich daran, ein glückliches Leben zu führen und die Kampfkunst bietet die Möglichkeiten, diese Widerstände zu überwinden.

Solche Situationen kennen wir alle, doch nicht alle wissen sich dagegen zur Wehr zu setzen. Doch auch das ist – wie die Verteidigung vor anderen Angreifern – erlernbar. Und wie in der Kampfkunst selbst gehört dazu eine gewisse eigenverantwortliche Anstrengung.

 

Hinterfrage hin und wieder, ob Du dir gerade selbst im Weg stehst und überlege – wie im Kampf – wie Du der Situation am besten begegnen solltest, um sie zu meistern.

 

Fazit

Kampfkunst ist Selbstverteidigung, sowohl im Sinne der Abwehr von Angreifern als auch im Sinne des Umgangs mit sich selbst.

Schaffst Du es, Dich selbst zu besiegen, liegt Dir die Welt offen – nur auf diese Weise kannst Du deine Ziele erreichen und ein glückliches Leben führen.

 

Was hälst Du von dieser Sicht? Teile es mir in den Kommentaren mit!

Vielen Dank fürs Lesen.

 

Dein Kampfzwergasiate

2 Kommentare

  1. Nikolaj 12. Januar 2018 at 00:51

    Ich weiss nicht, was ich davon halten soll.

  2. Kampfzwergasiate 18. Januar 2018 at 11:48

    Das ist okay. 🙂
    Verstehst Du denn meinen Gedankengang?

Was denkst Du darüber?