Deutsche Meisterschaft 2017 (Pointfighting)

Hallo! Es gab in letzter Zeit kaum ein Lebenszeichen von mir, da ich mich für eine anstehende Karate-Prüfung vorbereite und mich zeitgleich auf die Deutsche Meisterschaft 2017 (nachfolgend mit DM abgekürzt) im Pointfighting vorbereiten musste.

Die DM fand letztes Wochenende nun endlich statt und ich wollte von meinen Erfahrungen berichten, wie ich es auch vor einigen Monaten bei den Irish Open getan habe:

Vorbereitung

Das Training für die DM begann schon Monate zuvor und bestand aus zahlreichen Einheiten mit Fokus auf Kraft, AbnehmenSchnelligkeit und Ausdauer. Natürlich standen auch Technik- und Sparringeinheiten auf dem Plan.

Auch musste ich wieder auf 57kg runter, was mir einiges abverlangte. Ich kann dieses Gewicht leider nicht durchgängig halten.

Falls es wen interessiert: Ich bin nur 1,57m groß und da sind 57kg schon ein ordentliches Gewicht 😛

Außerhalb der Turniersaison wiege ich teils sogar mehr als 60kg.

 

Samstag

Anreise

Ich lebe in Wilhelmshaven und die DM fand in Bad Neustadt a. d. Saale statt, also ca. 6 Stunden Fahrt. Zudem wurde es immer wärmer, je weiter wir uns von Wilhelmshaven entfernten – von der Nordseeküste Richtung Bayern. Auf dem Weg dorthin sahen wir übrigens viele schöne Landschaften und Häuser, es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Architektur innerhalb eines Landes sein kann.

Als wir endlich ankamen, fanden wir leider keinen Parkplatz und mussten weiter weg von der Halle (Bürgermeister-Goebels-Halle) parken und den Rest hinlaufen… bergauf!

 

Mein Team

Wir trafen auf den Rest unseres Teams, der schon am Tag zuvor angereist ist, da die Waage für die Junioren freitags geöffnet worden war. Die Waage für die Senioren öffnete an diesen Tag erst gegen 17 Uhr, was für mich bedeutete, dass ich bis dahin weiterhin nicht so viel essen durfte. Aber auch diese Phase habe ich gut überstanden.

(Ein Teamfoto wurde auch gemacht… nur leider schafften meine Freundin, die mich begleitete, und ich es nicht drauf, da wir wohl nicht aufzufinden waren. Schade.)

Jedenfalls verlief die DM für unsere Junioren ziemlich erfolgreich, was mich sehr freute und auch motivierte!

Für diese stand am selben Tag die Heimreise an.

 

Hotel

Das Hotel, in dem meine Freundin und ich übernachteten, war leider ein wenig weiter weg vom Hotel der anderen, da dieses bereits ausgebucht war. Dennoch hatten wir einen schönen und erholsamen Aufenthalt im Hotel Astoria in Bad Kissingen.

 

Sonntag

Morgens

Das Hotel befand sich direkt neben einer Kirche und nach einer erholsamen Nacht wurden wir von ihren Glocken geweckt (gut, wir waren schon früher wach, danach aber richtig!).

Anschließend gab es Frühstück. Beim Buffet stand vieles zur Auswahl – ich gönnte mir mehrere Portionen und war glücklich, zufrieden und fit für den restlichen Tag.

 

Turnier

Wieder in der Halle angekommen, galt es die Zeit bis zum Start meiner Klasse zu überbrücken – doch kein Problem, denn es gab viele spannende Kämpfe zu sehen!

Während des Wartens entschied ich mich kurzerhand, neue Fußschützer zu kaufen, was sich übrigens als Fehler erwies, da diese nur den Turniertag und das nächste Training im Studio überlebt haben. Von Qualität kann da echt nicht die Rede sein…

 

Dann endlich war es so weit und meine Klasse stand an! WAKO Deutsche Meisterschaft 2017

Das Bild entstand nach dem Kampf der Klasse, in der wir nur zu zweit waren – bis 57kg kämpfen nun mal nicht viele.

Mein Kontrahent war ein mir bereits bekannter Gegner, jemand, der mich bereits mehrere Male besiegte und gegen den ich bisher nur einen Sieg verzeichnen konnte. Genau auf diesen Gegner habe ich mich für die DM vorbereitet.

 

Wie der Kampf diesmal ausging, erfährst Du jetzt:

 

 

Der Kampf

Ich freute mich, ich war motiviert und mental bereit – physisch musste ich mich noch aufwärmen.

 

Dann stand ich auf der Matte, spielte die vergangenen Kämpfe in meinem Kopf ab und ging nochmal die Analysen durch, die ich gemeinsam mit meinem Trainer durchgeführt habe.

Es standen 3 Runden mit jeweils 2 Minuten Kampfzeit an.

 

Der Kampf begann und zu meiner Überraschung verhielt sich mein Gegner ganz anders als in den Kämpfen zuvor, was sich als großer Nachteil für mich erwies und mich völlig aus dem Konzept brachte. Die erste Runde endete mit einem hohen Punktevorsprung für meinen Gegner. Klar ist, dass auch er bei der Vorbereitung natürlich nicht untätig gewesen ist und mich analysiert und damit ein gutes Mittel gegen mich gefunden hat.

In der zweiten Runde konnte ich besser agieren, aber den Rückstand letztendlich nicht aufholen.

Die letzte Runde stand an und ich musste unbedingt Punkte machen, aber bedingt durch den Größenunterschied und dem taktisch schlauen Handeln meines Gegners kam ich einfach nicht an ihn heran!

 

Gegen Ende war der Punkteunterschied zwar nicht mehr so groß, aber es  reichte nicht – ein verdienter Sieg für meinen Gegner.

 

Nach dem Kampf

Nach dem Kampf war ich eine Weile nicht wirklich ansprechbar, da mir tausend Gedanken durch den Kopf schossen, ich musste mir auch direkt die Videos (meine Freundin filmte den Kampf) ansehen. Doch es war keine Trauer oder pure Enttäuschung, die ich empfand, mehr war es ein Cocktail aus verschiedenen Gefühlen und Gedanken:

 

Zum einen war da Bewunderung, ich war wirklich begeistert davon, wie mein Gegner mich ausgespielt hat. Ich war naiv, darauf zu bauen, dass mein Gegner sich so verhalten wird, wie zuvor auch. Ich hatte für diesen Fall keinen Plan B und war zu unflexibel.

Zum anderen war da die Erkenntnis über bereits bekannte und neue Schwächen von mir; auch meine Stärken wurden mir erneut bewusst. Den ganzen Kampf über hatte ich keine Konditionsprobleme oder dergleichen, den Kampf habe ich auf einer taktischen Ebene verloren! Physisch war ich aufgrund der Vorbereitung mehr als nur fit, aber ich hätte das Hauptaugenmerk beim Training wohl mehr auf Technik und Taktik, Distanz, Timing und Vorbereitung meiner Angriffe legen müssen.

 

Auch wurde mir durch die Niederlage wieder vor Augen geführt, warum ich diesen Sport so liebe! Pointfighting ist so facettenreich, aufregend und spannend, sowohl physisch als auch psychisch anspruchsvoll. Es ist wie Schach, es ist wie Fechten, und doch irgendwie anders als alle anderen Sportarten. Es ist eine Leidenschaft und ein Wegbegleiter auf meinem Weg der Kampfkunst.

Fazit

Trotz der Niederlage bleibe ich oder viel eher gerade wegen der Niederlage bin ich motiviert!

Eines meiner Mottos ist nämlich, dass Niederlagen zum Erfolg (Bitte lesen, um mehr über meine Einstellung darüber zu erfahren) führen. Durch die Niederlage werde ich mich auf jeden Fall verbessern, sie gibt mir eine Richtung vor und jetzt muss ich diesen Weg nur noch gehen und an mir arbeiten.

 

„Es ist keine Schande hinzufallen, liegenzubleiben aber schon.“


 

Über Feedback würde ich mich freuen, da mir dieses Format, von Turnieren zu berichten, sehr viel Spaß bereitet und ich gerne wissen will, wie das bei euch, meinen Lesern, ankommt!

 

Vielen Dank fürs Lesen.

Dein Kampfzwergasiate

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